„Mensch, Mädchen, was stehst du da herum und starrst Löcher in Luft.“ Ich drücke meine Nase noch ein paar Millimeter weiter an der hell erleuchteten Fensterscheibe des Restaurants platt, am liebsten würde ich mich unsichtbar machen. Drinnen sitzen feine Damen und Herren an festlich gedeckten Tischen, manche haben einen Aktenkoffer neben sich stehen und fuchteln gewichtig mit den Händen herum, andere sitzen mit ihren Kindern dort. Brav spielen die lieben Kleinen mit ihren Smartphones. Der Passant, der mit mir geschimpft hat, ist längst weiter geeilt. Ich frage mich zu wiederholten Male, was mit mir nicht stimmt. Warum habe ich wieder und wieder das Gefühl, nirgends wirklich dazu zugehören, warum kann ich stundenlang an einem Fleck sitzen und vor mir hinträumen. Das ist doch nicht normal, das gehört doch nicht in unsere geschäftige Welt, wo jede Sekunde verplant ist und sei es mit dem Meditations- oder Tenniskurs. Bei mir haben die Punkte an meiner Zimmerdecke Namen und die Zeit, in der ich meinen Geist frei in alle Winkel des Universums lenken kann, ist mir die Liebste. Wie aufregend war es, in meiner kurzen Karriere als Detektivin über fünf Stunden im kalten Auto zu sitzen und einfach darauf zu warten, dass etwas passiert. Oder vielmehr zu hoffen, dass nichts passiert. Diese Eigenschaften machen mich zu der ewig Ausgestoßenen. Ich werde dem angeklagt und gesteinigt. So fühlt es sich an. Und wieder nagt dieses Gefühl in mir, dass es doch noch mehr Menschen wie mich geben muss, dass das nicht alles sein kann, dass da irgendetwas ist in dieser Welt, dass sich vor mir verbirgt. Alle anderen scheinen dieses Geheimnis schon gelüftet zu haben, warum ich nicht? An einem Montag beschließe ich, mich auf die Reise zu begeben. Hallo, ihr da draußen! Seit ihr da irgendwo, ihr ewigen Träumer und Fantasten? Ich mache mich auf den Weg ins Paradies und kenne noch nicht einmal die Richtung.
Running to Paradise
As I came over Windy Gap
They threw a halfpenny into my cap,
For I am running to Paradise;
And all that I need do is to wish
And somebody puts his hand in the dish
To throw a bit of salted fish:
And there the king is but as the beggar.
My brother Mourteen is worn out
With skelping his big brawling lout,
And I am running to Paradise;
A poor life, do what he can,
And though he keep a dog and a gun,
A serving-maid and a serving-man:
And there the king is but as the beggar.
Poor men have groon tob e a rich men,
And rich men grown tob e poor again,
And I am running to Paradise;
And many a darling wit`s grown dull
That tossed a bare heel when at school,
Now it has filled an old sock full:
And there the king is but as the beggar.
The wind is old and still at play
While I must hurry upon my way
For I am running to Paradise;
Yet never have I lit on a friend
To take my fancy like the wind
That nobody can buy or bind:
And there the king is but as the beggar.
William Butler Yeats