An einem Freitag bin ich verwirrt über das, was der Detektiv erzählt hat. Habe ich es geträumt, oder bin ich wirklich geschwebt? Das wäre ja sensationell. Ich muss den Detektiv wiederfinden. Ich will mehr von solchen Erlebnissen. Ich muss zum Bahnhof. Die Chancen sind groß, ihn dort zu treffen, wollte er nicht beweisen, dass sich auf dem Bahnhof Elefanten tummeln? Ich schüttel unwirsch mit dem Kopf. Dass die Erde des Öfteren ihre Purzelbäume dreht, ist ja schon unglaublich, aber Elefanten auf dem Bahnhof? Unbemerkt? Wie soll das gehen? Wie sind sie dort hingereist? Wohl kaum mit dem Bus! Durch eine uns unbekannte Dimension? Und wenn das möglich ist, was ist dann bitte noch möglich? Wahnsinn! Ab zum Bahnhof mit mir, trotz meines schweren Rucksackes eile ich beschwingt die Treppe in die unteririschen Bahnhofsgänge hinab und stehe vor einer Schranke. „Zutritt nur mit Fahrkarte“, steht da. So ein Mist. Großen Schrittes eile ich die Steintreppe hinauf und höre es neben mit glucksen. „Mensch Mädchen, wo willst du denn so eilig hin? Uns überholst du nicht.“ Neben mir auf der Rolltreppe stehen zwei Männer und fahren hinauf, grinsend und unter ihren anfeuernden Rufen lege ich noch einen Zahn zu und stoppe. Lass die Herren passieren, wie es die Höflichkeit gebiert. Lachend gehen sie ihrer Wege und ich nehme mir vor, es öfter so zu halten. Es ist so leicht, seinen Mitmenschen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Gerne will ich mich dafür lächerlich machen. Clowns haben einen Job, um den ich sie beneide. Jetzt muss ich einen Elefanten finden. Gleich da hinten ist der offizielle Eingang, wie kann man nur so blind sein? Im Bahnhof platziere ich mich auf eine Bank an den Gleisen. Geduld, Geduld, sie werden schon auftauchen- die Elefanten und der Detektiv. Über Stunden sitze ich dort, ich lerne von einer Frau und ihrer Tochter, wie man mit einem gekonnten Knickser den anderen in den Hintern treten kann, ohne sich ertappen zu lassen. Die Frau bekommt es hin, die Tochter fällt fast auf die Nase. Das muss ich auch üben, solche Fähigkeiten kann man immer mal gebrauchen. Ein Mann in abgerissener Kleidung wühlt im Mülleimer neben mir. Ein Pfandflaschensammler. Ein wenig mitleidig sehe ich ihm zu. Viel kann da doch nicht zusammenkommen. Kaum aber fährt der nächste Zug ein, ist der Mann im Abteil verschwunden und kommt mit einer vollen Plastiktüte heraus. Ich staune. Super ist das. Auch das speichere ich ab für meine Reise. Immer noch kein Elefant und kein Detektiv. Ich folge dem Pfandflaschensammler. Fasziniert beobachte ich, wie er sich wieder und wieder bückt und fündig wird. Was die Menschen alles achtlos wegschmeißen! Ich lächle ihm zu. „Was willst du? Fühlst du dich toll, weil du einen Obdachlosen grüßt?“, keift er mich an und spuckt vor mir auf den Boden aus. Das habe ich nicht gewollt. Ich nehme meine Beine in die Hand und eile in mein warmes, liebevolles zu Hause.