Leider daneben

IMG_20250328_0003x

 

Ich werde ungeduldig erwartet. Die Ziffern auf den Garagentoren glühen und mir ist als würde ich in der Hölle stehen. Harris in der rechten und die wundervolle Wunschpusteblume verborgen hinter dem Rücken in der linken Hand, rede ich mir gut zu, dass ich das schaffen werde. „Nuuuuun?“ „Ich hab für alles eine Lösung.“ „Soooooo?“ „Ja, jawohl.“ Energisch starre ich ins Nirgendwo, woher auch immer die blökende Stimme kommt. „Das mit der Ziege ist ganz einfach. Als erstes bringe ich die Ziege zum andern Ufer, dann denn Wolf. Auf dem Rückweg nehme ich die Ziege wieder mit und lasse sie am Ufer zurück, packe dafür den Salat ein. Sind Wolf und Salat am anderen Ufer, muss ich nur noch die Ziege ein weiteres Mal übersetzten, so einfach ist das.“ „Kinderleicht nicht wahr? Und? Hast du die Oma gefunden?“ „Als ob du das nicht wüsstest. Ich dachte, du bist allwissend?“ Das große Muli wiehert kichernd. „Vielleicht, vielleicht auch nicht.“ „Oder bist du ohne deinen Narren aufgeschmissen?“, provoziere ich. Grummeln. Glühen. „Die Oma also“, beschwichtige ich. „,es gibt da nur eine Erklärung für, so ungewöhnlich sie sein mag: Sie ist mitten durch ein Wurmloch auf die Insel spaziert.“ „Bist du dir sicher?“ „Ja“, pokere ich. Ich muss mich auf Alois verlassen, schließlich ist er ein alter Hase in seinem Geschäft. „Das wären zwei Antworten, wo bleibt die nächste?“ „Willst du nicht eines der Tor öffnen?“ „Die nächste Antwort. Die Zeit läuft.“ „Okay. In den Trinkhallen in Duisburg gibt es Flachmänner.“ Ich ziehe den Jägermeister aus der Tasche. „Das soll ein Flachmann sein?“ „Ist es nicht?“ „Nö.“ Die Zahlen auf den Toren verblassen. „Aber – “, protestierte ich, „ – ich habe doch einiges gewusst. Und schau: Ich habe die Wunschblume.“ Glimmen auf den Toren. Puh. Ich spüre einen warmen Windstoß an der Blume und schmeiße vor Schreck Harris auf den Boden, schütze den Samenstand mit beiden Händen. „Hey, lass das.“ Etwas weicht zurück. „Gut, ich will nicht so sein. Wähle.“ „Ich nehme die Zwei.“ Eines der Tore, die Eins, verschwindet. „Wähle. Nun hast du 75% Wahrscheinlichkeit, dass du das richtige wählst, mehr ist nicht drin.“ „Das sind 50%.“ „Nö, 75%, wenn du die richtige Wahl triffst, diskutiere darüber mit deinem Mathelehrer. Bleibst du bei der Zwei oder nimmst du das andere?  Wähle.“ Ich hebe Harris auf. Streiche über sein Holz. Mein Zauberstab schweigt. „Ich nehme links, nein, doch rechts, links“ Eine der Ziffern verschwindet, übrig bleibt die 3. Das ist doch eine schöne Wahl. Quietschend öffnet sich das Tor wie durch Zauberhand und darin steht ein Zusel. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll: Ein zotteliges buntes Stofftier, ähnlich einem dieser Zonks. „Leider verloren“, wiehert das Muli. „Ist wohl dein Schicksal immer die Verliererkarte zu ziehen.“ Widerliches Gelächter. Es regnet Stofftiere, sie prasseln mir auf die Kopfhaut, fallen auf den Rücken…. Überall. „Das sind alle die, die bereits angesammelt hast in deinem Leben. Mit jeden falschen Schritt werden es mehr werden.“ „Nein …“