Von Wölfen und Blässhühnern

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Ich habe geträumt, dass ich einem Wolf begegne und mit ihm mein Brötchen teile. Wenig später war ich selbst ein Wolf. Mutig und frei bin ich an der Seite eines anderen Wolfes durch die Wälder gestreift. Meine Augen haben grün gefunkelt, ich war so wild und lebendig. War es ein Traum? War es Wirklichkeit? Es war toll, ein Wolf zu sein. Aber ich will mich nicht festlegen. Ich finde so viele Lebensformen super und wenn ich mal die Maren bin, die bei Olli wohnt, und mal eine Reinigungskraft auf der Burg des großen Muli, dann ist das doch erweiterbar. Ein Wolf, oder vielleicht lieber ein Blässhuhn? Blässhühner sind so lustig. Im Duisburger Innenhafen haben Schwäne, Nilgänse, Kois, Kormorane, Tauben, Möwen und Blässhühner eine Heimat gefunden. Hunderte von Passanten besuchen die Tiere täglich und zollen ihnen ihre Aufmerksamkeit. Zumindest den Schwäne, Nilgänsen , Kormoranen und Kois. Die Möwen und Tauben ziehen ihre eigenen Wege und die Blässhühner, ja, die Blässhühner sind so klein und schwarz, so an ihre Umgebung angepasst, dass sie kaum Beachtung finden. Dabei sind sie die eigentlichen Herren des Innenhafens. Sehet euch die Füße an! Sind sie meist gut unter der Wasseroberfläche versteckt, fallen sie an Land umso mehr auf. Groß und in einem Blau, dass mich an Außerirdische denken lässt. Und in der Tat, die Hühner haben ihre eigene Mission. Sie paddeln den ganzen Tag emsig umher, der Kopf vor und zurück wie die Tauben und wachen über all die anderen Wasserbewohner, schleichen sich an die Schwäne heran und sind scheinbar überall. Neulich habe ich eines dabei beobachtet, wie es einem riesigen Koi auf den Rücken gepickt hat, der darauf sofort das Weite gesucht hat. Und wie anmutig ist es, ihnen beim Brüten zuzusehen! Sie brüten auf einem der drei Anlegesockel, haben sich dort fein eingerichtet. Mama und Papa Blässhuhn wechseln sich beim Brüten ab. Der Wachwechsel ist schnell vollzogen und kaum hat der Partner das Weite gesucht, um nach Futter zu jagen, beginnt der andere damit, das Nest wieder nach seinem Geschmack zu richten. Und das bei jeder Ablösung! Die ganze Brutzeit über wird am Nest gebaut. Kommen die Kleinen dann auf die Welt, werden sie fein säuberlich in Mama- und Papakinder aufgeteilt. Die Blässhühner sind wunderbar und meine Favoriten auf dem Teich. Wenn sie nicht von Außerirdischen abstammen, dann doch zumindest von Kobolden, den Blaufußkobolden. Ich schweife ab. Wolf oder Blässhuhn, das ist hier die Frage. Meine Psychologin sagt, ich soll Chat- GPT fragen, wenn ich mal nicht weiter weiß. Die Antwort der großen künstlichen Intelligenz: „Das ist eine interessante Entscheidung! Wenn du ein Wolf bist, symbolisierst du Stärke, Unabhängigkeit und Teamarbeit. Wölfe leben in Rudeln und haben eine starke soziale Struktur, was bedeutet, dass du die Fähigkeit zur Zusammenarbeit und zum Schutz deiner Gruppe hättest. Sie sind auch für ihre Intelligenz, Strategien und ihre Anpassungsfähigkeit bekannt. Das kann dir helfen, Herausforderungen zu meistern. Auf der anderen Seite steht das Blässhuhn, das für Geselligkeit und Anpassungsfähigkeit steht. Blässhühner leben oft in Gemeinschaften und sind geschickte Schwimmer. Sie sind weniger territorial und können sich gut an die verschiedenen Umgebungen anpassen. Sie sind oft verspielt und genießen das Leben im Wasser. Überlege, welche Eigenschaften dir wichtiger sind: Möchtest du die Stärke und den Abenteuergeist eines Wolfes oder die gesellige und anpassungsfähige Natur eines Blässhuhns? Vielleicht hilft es dir auch, darüber nachzudenken, in welcher Umgebung du dich wohler fühlen würdest.“

Wie würdet ihr entscheiden? Ein Bekannter von mir meinte, man sollte für diese folgeschwere Wahl auf alle Fälle die Ausschüttung der Glückshormone der jeweiligen Lebensform berücksichtigen. Klingt vernünftig!

 

Nachts im Duisburger Innenhafen

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Arbeitsteilung

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Mutterliebe

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