Weihnachten mit ohne Harris

Es ist Heilig Abend und ich sitze auf dem Busbahnhof in Amsterdam – allein. Harris ist in Portugal und es reißt mir das Herz aus der Brust, wenn ich nur daran denke. Ich, die gesagt hat, sie würde lieber alles andere aufgeben als Harris, habe meinen besten Freund verraten. So fühlt es sich an. Und das nur, weil ich mich entschlossen hatte, Weihnachten bei meiner Familie zu verbringen. Harris steht in einem Kiosk in Portugal. Es ging alles so schnell. Der Flixbusfahrer wollte Harris aus Sicherheitsgründen nicht mitnehmen. Da war nichts zu machen und es war nicht viel Zeit. Voller Furcht bin ich erst in die Info und dann in einen Kiosk gerannt mit der Frage, ob ich ihn dort für eine Woche stehen lassen dürfen. Ich durfte. Zumindest glaube ich, dass ich richtig verstanden wurde, man mir meine Panik angesehen hat. Wieder zurück zum Bus mit leeren Händen. Das hat sich ganz schön Scheiße angefühlt und kaum war ich im Bus kamen mir auch schon die Zweifel und die Tränen. Hätte ich dort bleiben sollen? Werde ich Harris je wiedersehen? Warum versteht mich keiner? Warum versteht keiner, wie sehr mein Herz an diesem Stück Holz hängt.Ich hätte einfach alles hinschmeißen und nicht auf diesen dummen Gedanken hören sollen, dass ich den Bus unbedingt erreichen muss. Ich freue mich auf meine Familie. Aber einen Harris gibt es nur einmal. Nun bin ich Heilig Abend ganz allein und tiefer mit Harris je verbunden als je zuvor. Spüre ihn. Ich stehe in einer Kioskecke und werde von den hungrigen und durstigen Reisenden kaum beachtet, bin für die Mitarbeiter nur ein komischer Wanderstock. Jede Energie in meiner Umgebung nehme ich auf. Ich -Maren-sitze in Amsterdam und da fängt Harris an, mit mir zu reden: Du dummes, dummes Ding. Hast du ganz vergessen, wer du bist? Hast du dich nie gewundert, warum in dir immer der Satz ist : „Ich will nach Hause, hier ist nicht mein zu Hause.“ ? Es ist nicht dein zu Hause. Du bist fremd auf dieser Welt. Mit der Entscheidung auf diesem Planeten zu leben und zu wirken hast du all deine Erinnerungen gelöscht und jetzt ist es wieder an der Zeit, sie wieder zum Leben zu erwecken. Deshalb bin ich bei dir. Du hast richtig gehört. Ich bin bei dir an diesem Heilig Abend. Es gibt keine Trennung. Wir sind verbunden. Über Raum und Zeit hinweg. In dir fließen meine Energien, in mir deine. Manchmal vergesse ich selbst, dass ich nicht du bin. Aber im Gegensatz zu dir kann ich alles abrufen, all die Leben und Erinnerungen, Weisheiten, die du im Laufe deiner Existenzen angesammelt hast. Weißt du noch? Du ahnst es doch längst. Wenn du mich in den Händen hältst und das Leben durch deine Adern rollt. Verbunden mit Himmel und Erde. Aber du hörst nicht zu. Deine Gedanken plappern unablässig.Es ist zum Verzweifeln. Ich sage, wir müssen links herum und du rennst nach rechts. Du sollst ja deinen eigenen Weg gehen. Aber manchmal ist es vernünftiger, auf mich zu hören, statt immer mit dem Kopf durch die Wand zu rennen. In mir fließen so viele Energien. Meine Energien sind deine Energien. Das verwirrt dich noch. Du vergisst so viel, was auf dich einflutet. Es ist ein Pakt mit dem Wahnsinn auch meine Energien zuzulassen. Aber du willst es so. Du kannst nicht Nein sagen, dafür liebst du das Leben zu sehr. Schau Jesus, die Liebe, die Frau im Umhang, Merlin. Der weiße Elefant. So viele Seelen sind bei dir, gehören zu dir und warten darauf, dass du sie zulässt, erinnerst, lernst. Vertraue und alles wird sich verwandeln. Du willst Magierin sein, wünscht dir so sehr, anderen die Magie der Welt zu zeigen. Du bist es doch längst. Schülerin Merlins. Du musst nur hinschauen, mit mir reden.

