Ich habe meine Isomatte auf kaltem Stein ausgebreitet. Meine zerkratzten Beine brennen. Dort, wo ehemals eine Burg gewesen ist, ist nur noch eine Ruine, tiefe Spuren zeugen von ihren ehemaligen Bewohnern. Was müssen das für Leute gewesen sein? Die Abnutzungsspuren sind wirklich eigenartig. Hatten sie so kleine Füße, oder war es gar etwas ganz anders, was dort längsmarschiert oder vielmehr längsgeschlittert ist. Ich schlafe ein und werde von einem warmen Geruch geweckt. Feuer, Rauch und Tee. „Oma, du“ rufe ich. Mir gegenüber an der Feuerstelle hockt meine Oma Wilma, mütterlicherseits und giggelt wie ein kleines Mädchen. „Ja ich- das hättest du nicht gedacht. Was?“ Sie sieht so glücklich aus, so lebendig, meine Oma, ganz anders als ich sie aus der Zeit in Erinnerung habe, als sie mit Alzheimer geplagt wurde. „Komm Mädel, trink deinen Tee und atme tief ein und aus. Nur du, der Tee und das Universum.“ Der herbe Geschmack von grünen Tee liegt auf meiner Zunge. Alles ist gut, ich bin der Tee, der Tee ist ich-ich verschmelze mit allem um mich herum. „Ah“, brüllt die Oma. Aus dem fröhliche Geschöpf wird wieder die alte Frau, die ich kannte. Sie zehrt mich am Ärmel hoch. „Du musst verschwinden, sie kommen, schnell! Sie dürfen dich nicht bekommen, dich nicht, sie kommen.“ Soldaten stürmen auf uns zu, schupsen meine Oma beiseite und wollen mich packen. Ich wehre mich, trete, werde im Gesicht getroffen und kann meinen Schneidezahn im hohen Bogen fliegen sehen und mit einem Pling auf den Felsen landen hören. Die Soldaten haben mich in der Mangel. „Alles nicht so schlimm Mädel“, beruhigt meine Oma, wackelt mit den Zähnen und holt ihr Gebiss heraus. „sieh her, was sie mir geben haben, alles nicht so schlimm. Das große Muli ist sehr weise, es wird es richten. Das große Muli! Hat dieses Vieh die Spuren hinterlassen? Das würde einiges erklären, muss ein munteres Ding sein, dieses Muli. Das große Muli, hat sie das wirklich gesagt?