„Hey Du. Ja du, genau du! Willst du ein Abenteuer kaufen?“ Ein Mann im Trenchcoat kommt auf mich zu. „Gestatten- Alois Klapperdotter, Meisterdetektiv. Aber pst… niemand darf mich erkennen, bin inkognito unterwegs, du verstehst?“ Ein Detektiv, darauf wäre ich jetzt nicht gekommen. In seinem beigen Mantel und mit seinem beigen Schlapphut, unter dem kaum die Nase hervorguckt, sieht der Mann aus, als wäre er einer Krimiserie entschlüpft. Aber ein Abenteuer – das möchte ich gerne kaufen. Ich folge dem Detektiv unauffällig. „Ich bin einem großen Rätsel auf der Spur, musst du wissen“, flüstert dieser Alois in seinen Trenchcoatkragen. „Auf dieser Welt passieren Dinge, die so unglaublich sind, dass keiner sie wahrhaben möchte. Wie du weißt, ist unsere Erde nichts als eine von einer dünnen Kruste ummantelte Feuerkugel, die mit einer Mordsgeschwindigkeit um die Sonne dreht. Nun stell die einmal vor, was passieren würde, wenn die Erde schneller dreht. Und das ist passiert, sage ich dir. Mehrmals sogar im Laufe der Erdgeschichte. Und es passiert wieder und wieder, wir merken es nicht, solange wir uns im System selbst befinden. Wir wollen es nicht merken, solange wir keine Erklärung dafür finden. Und da ist der Knackpunkt, ich Alois Klapperdotter war außerhalb des Systems und wurde Zeuge dieses Ereignisses. Pass auf, ich kann es dir veranschaulichen: Siehst du diesen Drehstuhl da?“
Oh ja, ich sehe diesen Drehstuhl. Wie jeden Tag steht er vor einer dieser Trinkhallen in Duisburg. Manchmal sitzt ein Mann dort, heute ein Taube. „Schktsch“ macht der Detektiv und drückt mich in den Stuhl. Er schiebt mich durch die Fußgängerzone, man glaubt es kaum, wird immer schneller. „Spürst du die Beschleunigung, pass auf, wenn ich dich jetzt noch drehe, wie fühlt es sich in deinem Bauch an? Nun stell dir vor, du sitzt auf dem Drehstuhl und die Erde gleitet unter dir hindurch, jetzt…!“ Und für einen Moment scheint alles still zu stehen, nein, ich stehe still, der Boden gleitet unter mir hindurch, die Menschen laufen weiter wie bisher. Sekunden nur, dann drehe ich mich, flitze durch die Stadt, werde immer schneller und schneller, auf den Kiosk zu. Stopp. Fast hätte der plötzliche Halt mich herabgeschleudert. „Boah“, mache ich, „wie hast du das gemacht?“ „Das ist keine Zauberei. Es ist jenseits von dem, was die Wissenschaft berechnet, aber keine Zauberei. Genauso wenig wie es Zauberei ist, einen Elefanten verschwinden zu lassen, die Dinger spazieren ja eh gerne unbemerkt auf dem Bahnhof, auch das werde ich beweisen.“ Mir klafft der Mund offen. Elefanten auf dem Bahnhof! „Hey, nicht schon wieder. Entschuldige, ich muss los, zum nächsten Auftrag und ich glaube, ich glaube, ich werde von einer Ente verfolgt.“ „Warte,“ murmel ich, „,wann kann ich dich wieder sehen?“ So schnell wie er da gewesen ist, ist er verschwunden. Was für ein Meisterdetektiv! Der von einer Ente verfolgt wird! Diese Geschichte wird mir niemand glauben.