„Gibt es in den Duisburger Trinkhallen Flachmänner? Wie kam die Oma auf die Verkehrsinsel? Wie bekommst du einen Salatkopf, eine Ziege und einen Wolf über einen Fluss gerudert, ohne dass sie sich gegenseitig auffressen? Und last but not least, hier kommt er, der Joker, dein Schlüssel zum richtigen Tor, die Aufgabe überhaupt: Bring mir die magische Wunschblume,“ tönt aus dem Nirgendwo. Stopp, stopp, stopp. Das sind ja alle Aufgaben auf einmal. Dass mit den vielen Tieren will ich wohl meistern, das Rätsel kenne ich, aber der Rest? „Bekomme ich noch Hinweise, ich meine ja nur? Woher soll ich wissen, wo die Verkehrsinsel ist, und welche Blume das sein soll?“ „Nö!“, trötet das Muli. „ich wünsche Dir viel Erfolg. Du hast vierundzwanzig Stunden Zeit.“ Die Zahlen auf den Toren verschwinden und ich stehe im langsam einsetzenden Regen mit meinem Harris in einer einsamen Wohngegend. Vierundzwanzig Stunden sind viel zu wenig. Ich weiß nicht einmal, wo ich anfangen soll. Bei den Flachmännern, das scheint mir am einfachsten: Also ab in die nächste Trinkhalle. Flachmänner kenne ich aus meiner Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau. Einer der Kollegen hat sich jeden Morgen einen gegönnt und mir hat sich von dem Geruch fast der Magen umgedreht. Die wird es an jeder Ecke zu kaufen geben, da bin ich mir sicher. Zumal die kleinen Schnapsflaschen überall herumliegen, in den Hecken, im Gras. Was ich nur noch nicht verstanden habe, ist, warum, manche ihre Flasche zuschrauben, bevor sie sie in die Landschaft werfen und andere nicht. Finde ich drollig. Wenn ich mal jemand sehe, der seine Flasche auf diese Weise entsorgt, werde ich nachfragen. Lange muss man in dieser Stadt nicht nach einer Trinkhalle suchen. Das Schaufenster ist mit Süßigkeitenkartons, Softdrinkdosen, verschiedenen Bierflaschen, alkoholischen Getränken, aber auch mit knallbunten Spielzeug, silbernen Töpfen und Suppen in Dosen vollgestellt. Die brave Hausfrau bekommt hier alles, was sie braucht, und der gestresste Single erst recht. Der Mann im Laden schenkt mir kaum Beachtung, quasselt in sein Handy. Verlegen tapse ich von einem Fuß auf den anderen, nehme all meinen Mut zusammen und räuspere mich. „Ja?“ Seine Aufmerksamkeit habe ich. „Hallo, ich, ich hätte gerne einen Flachmann. Das haben sie doch bestimmt.“ Der Kerl grinst, ich setzte meinen strengen Blick auf, dumme Kommentare kann ich nicht gebrauchen. „Welcher darf es denn sein? Feige? Apfel, Lakritz, Wodka, Rum, Jägermeister?“ Das ist ja wie in der Eisdiele. Erleichtert rufe ich „Jägermeister“. Da kann ich nichts falsch machen, die kleinen Flaschen kenne sogar ich. Triumphierend verlasse ich den Laden, nur eine leise Stimme in meinem Inneren flüstert mir zu, dass das viel zu einfach ging. Ich muss die Verkehrsinsel finden und die Wunschblume. Blumen gibt es in Zoos und botanischen Gärten. Verkehrsinseln gibt es überall.