Querfeldein

Das Friedenszeichen und die lieben Worte meiner Gastgeberin in Samora Correia begleiten mich nun auf meinem Weg

Die Tage gleiten nur so dahin. Ich genieße die portugisische Sonne und das Vogelgezwitscher, sogar einen Kuckuck habe ich schon gehört. Und an einem See ist ein Eisvogel vor mir davongeflogen. Die Felder sind weiß von Kamilenblüten. Endlich ist der Frühling da. Und ich habe Stiere gesehen. In einer sehr stürmischen Nacht hat es hinter meinem Zelt gemuht. Oh, eine Kuh, dachte ich. Die Überraschung war groß, als ich dann am nächsten Morgen einen prächtigen schwarzen Stier auf seiner Weide begrüßen durfte. Ein anderer Stier hat mir wenig später den Weg gewiesen. Manchmal ist der Jakobsweg sehr schwer zu finden und diesmal ging er mitten über Wiesen und Weiden. Der Stier hat mir gezeigt, dass man sehr wohl durch einen über seine Ufer getretenen Fluss waten kann. Ohne ihn hätte ich das nicht gewagt. Aber es war schon ein mulmiges Gefühl, einem jungen Stier gegenüber zu stehen. Ohnehin gab es in diesen Tagen viele Hindernisse. Einmal musste ich ganz einen anderen Weg suchen, weil der richtige schlichtweg weggebrochen war, ein andermal flog mein schwerer Rucksack erst über den Zaun, dann Harris und ich hinterher. Und Harris hat mir wieder gezeigt, wie richtig es war, dass er mich begleitet: Adriana in Samora Correia hat seine Energien sofort verstanden. Wo ich jetzt bin? Irgendwo bei Fazendas das Figureias. Ich mache hier für ein paar Tage Rast und versuche, mich zu sortieren. Meine Gastgeber hier sind halb afrikanisch. Wenn ich mal nicht weiter weiß, könnte ich in Afrika den Menschen das Gärtnern und etwas über die Natur beibringen. Meint das Ehepaar! Sie näht wundervolle Handtaschen, Kleider und Shirts in den strahlensten Farben.

Da hinten steht mein Wegweiser

So viele Vögel wie an dem Tag, als es an matschigen Feldern vorbeibringen, habe ich noch nie gesehen. Enten, Ibis, Gänse, Reiher und Störche
Fundstück

Und plötzlich ist da kein Weg mehr

Meine Kleckereien