Alle wollen Harris

Sie lauern- und bekommen ihn doch nicht

So viele Kilometer habe ich noch nie in so wenigen Tagen zurückgelegt – 75 km in fünf Tagen. Von Porto nach Agueda. Für den gewöhnlichen Wanderer mag das eine geringe Leistung sein, ich aber schleppe viel zu viel Gepäck und Harris mit mir herum. Da komme ich trotz den niedrigen Temperaturen ganz schön ins Schwitzen und werde von allen, die mir entgegenkommen gefragt, ob ich in meinen Sandalen und Top nicht friere. Ich laufe und laufe seit den Tagen ohne Harris als wäre der Teufel hinter mir her und wolle mir meinen magischen Wanderstock entreißen. Es ist einfach so, dass ein Leben ohne seine besondere Schwingung langweilig wäre. Er entlockt nicht nur fast allen ein Grinsen, nur manchen ein mitleidiges Kopfschütteln, er lässt mich oft genug zwischen den Welten schweben. Ich vergesse dann gänzlich, wo ich bin und habe schwups weitere Kilometer zurückgelegt und bin eine ganze Stunde nach vorne gesprungen. Harris führt mich an die kleinen und besonderen Dinge am Wegesrand heran. Ich könnte mich manchmal kringelig lachen, wenn ich ihnen lausche und bin erfüllt in absoluter Liebe zu ihnen. Außerdem habe ich es ganz bestimmt nur Harris zu verdanken, dass der Wirt in einem kleinen Imbiss mich zu Kaffee und Schokoladenkuchen eingeladen hat.

Keine Last ist zu schwer solange er bei mir ist
Verzaubert
Bizarres am Wegesrand
Hunde
Formen zum Träumen –

– bis einem schwindelig wird
Wundervolle Gärten
Schneemänner überall
Agueda
Stadt der Regenschirme
und anderer Kunst