Magische Momente in Porto

Mein Porto

Ich weiß gar nicht, wovon ich anfangen soll zu berichten. In Porto gibt es so viel zu gucken. Es hat noch ein wenig gedauert bis ich hier angekommen bin, weil ich unbedingt vor den Tagen in der Großstadt noch einmal in die Natur wollte. Also bin ich von Labruge aus zurück auf den Inlandsjakobsweg und konnte zwei Nächte unter meinen geliebten Eukalyptusbäumen zelten. Rechtzeitig vor dem großen Regen bin ich in der Stadt angekommen und mein Kopf explodiert förmlich von den vielen Eindrücken, angefangen von den riesigen Möwen an jeder Straßenecke bis hin zu windschiefen und überwachsenen Gebäuden, Wäscheleinen über schmalen Gassen und breite Straßen voller Menschen. Es gibt jede Menge Geschäfte mit Kitsch für Touristen, aber auch kleine Buchläden, Lederwerkstätten, Schmuckschmieden, Ausstellungen. Und keine Sorge, wenn ihr euren Regenschirm vergessen habt. Schirme gibt es überall. “ Guarda-chuva“ (port. Regenschirm) klingelt es in der Fußgängerzone gefühlt alle zwei Meter. Musikanten auf den Straßen. Es ist eine bunte Stadt. In dieser Stadt ist der schönste Buchladen der Welt. Joanne K. Rowling soll sich hier inspiriert haben lassen. Ich war nicht drin. Der Andrang war für mich Einsiedler zu groß. Aber es war in einem Geschäft mit Nachbildungen von Zauberstäben ein richtig gutes Gefühl, seinen ganz persönlichen Zauberstab bereits in den Händen zu halten. So wie Harris ist keiner. So voller wilden Energien. Meine Energien durften sich auch entfalten. Unausgelastet wie ich war habe ich abends noch dem „Gare“ einen Besuch abgestattet, einer kleinen Technodisko gegenüber vom Bahnhof. Ganz schön kompliziert in der vernebelten engen Dunkelheit angefüllt mit jungen Leuten keinem auf die Füße zu treten und doch alle Körperteile so richtig in Schwung zu bringen. Aber es ging. Und ich weiß wieder, dass ich genug Power habe, um in meine Freiheit zu rennen. Heute war ich dann noch einmal am Atlantik – Baden. Das musste unbedingt sein. War auch nur ein wenig kalt und die Wellen herrlich. Das war mein Pakt, meine kalte und nasse Feuertaufe mit dem Leben. Freiheit! Meine chinesische Zimmergenossin Shine hat übrigens fürchterlich über die eingeschränkte Freiheit in Deutschland geschimpft. Allein die Post, der Schriftverkehr, die Ämter, die Mahnungen binden den Deutschen an seine Adresse, lähmen und fesseln ihn an das System. Wie wahr! Und die deutschen Nachbarn wissen immer alles ganz genau und dann gleich die ganze Stadt. Was für eine gute Beobachterin der deutschen Kultur! Shine ist so weltoffen und neugierig auf alles – kein Wunder, dass sie ihr Stadt verblüfft.

Da kann Harris nur schmunzeln
Straßenmusik
Bettler
Abschüssige Gassen
Lost places
In einer Kunstausstellung
Stadt der Sardine
Ein kleiner Buchladen. Entdeckt ihr das deutsche Buch? Enzensberger
Porto von der Küste aus