Mit Himmel und Erde verbunden

Eine Himmelspyramide! Und ich bin die Einzige, die sie wahrgenommen hat

Mein Einmarsch in Portugal war himmlisch. Von Tui aus führt eine Brücke über den Rio Mino nach Valença – und schwups ist man da. Im Moment ist es kalt und regnerisch, Höchsttemperaturen von zwölf Grad tagsüber und nachts nur vier Grad. Die Wege sind zum Teil regelrecht überschwemmt und eine der hinteren Schnallen an meiner rechten Sandale hat sich gelöst. Ich habe versucht, meine Füße davon zu überzeugen, dass feste Schuhe für dieses Wetter angemessener sind, aber es hat nicht geklappt. Meine großen Zehen, Estragon und Habaguck, wollen auch etwas von der Reise haben. Gerne würde ich mal mit ihnen die Perspektive tauschen. Die rustikalen Wege mit Kopfsteinpflaster, jeder Menge Pfützen und kleinen Bachläufen, Moos- und Grasbewuchs, müssen auch von unten wunderschön sein. Kleine Landschaften für sich. Die Sandalen müssen durchhalten. In Portugal konnte ich schon zweimal Deutsch quatschen: Einmal mit einem Reisenden auf einem Rad und mit Veranika, einer Imbissbudenbesitzerin aus Russland mit eigenem Stempel für den Pilgerausweis. Sie hat mir alle Gerichte aufgezählt, die sie jetzt und in Zukunft zubereiten wird – von Borretsch bis Crepes – für die Wandersleute. Ich musste einfach Piroggen bei ihr kosten. So viel Enthusiasmus muss unterstützt werden. Und ihr Transporter stammt aus Deutschland. Nach einer Regennacht im Zelt sitze ich jetzt wieder warm und trocken in einer Unterkunft hinter Rubiaes.

Die nächste Grenze ist durchbrochen
Adieu Spanien!
Harris genießt portugiesische Sonnenstrahlen in den Armen eines Jesus in Buddha- Gestalt oder umgekehrt.
Nasse Füße garantiert
Veranika und ihr Imbiss
Vergesst nicht, euch diesen Stempel zu holen!
Meine Zeltaussicht. Besser als in jedem Hotel, aber etwas feucht.
Himmel und Erde und die Planeten sind immer ganz nah, ich sage es ja
Hier drinnen wäre mein Zelt trocken geblieben
Tief verwurzelt in der Erde