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Die wunderbaren Abenteuer einer modernen Heldin
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Reiseerzählung, Uncategorized 0 comments

Krank

admin

September 17, 2025
Schöne Aussichten

Ich bin krank und musste die Reise abbrechen. Tagelang lag ich mit Durchfall in meinem Zelt. Zum Glück habe ich den Weg in die nahegelegene Ortschaft geschafft und konnte mich jeden Tag mit frischem Wasser versorgen. Was die Leute dort gedacht haben mögen, wenn ich mit meiner Einkaufstüte an ihnen vorbei über die Feldwege gelaufen bin, möchte ich nicht wissen. Es ist nicht schön zu merken, wie die Kräfte von Tag zu Tag nachlassen. Wahrscheinlich habe ich mir die Krankheit zugezogen, weil ich Wasser aus einem Bach getrunken habe. In Reims habe ich mir zwei Tage im Hotel gegönnt, bevor es mit dem Flixbus und Harris im Gepäck zurück nach Deutschland ging. Erstmal gesund werden. Die Reise geht weiter. Wer weiß, wofür die Unterbrechung gut ist. Ich habe mich mit meiner Wanderschaft an die körperliche Grenze gebracht. Es war ein Weglaufen, kein Hinlaufen. Ich muss das anders anpacken, das ist mir klargeworden. Ich habe mein Ziel aus den Augen verloren. Die vielen Dinge um mich herum haben mich abgelenkt. Weder bin ich mit Harris ein Stückchen weiter gekommen, noch meinem Ziel, zu beweisen, dass die Welt verrückt ist. Mit einem Stock durch die Gegend zu rennen, das kann jeder. Wer aber kann ihn als Zauberstab benutzen? Und das ist die hohe Kunst. In meinem Zimmer habe ich mich zurechtgefunden, weil die Punkte an der Wand Namen und ihre eigenen Geschichten hatten. Möchte ich meine Reise bewusster gestalten, muss ich mir meine eigene Karte von der Welt zeichnen, sie durchwandern und durchleben. Längst habe ich begriffen, dass es eine Auszeichnung ist, sich in diese Welt geworfen und fremd zu fühlen. Das, was für andere selbstverständlich ist, bleibt für mich immer etwas Besonderes und Bestaunenswertes. Es ist ein großes Geschenk, das erleben zu dürfen. Es ist ein Geschenk, das Leben so tief fühlen zu dürfen. Meine Krankheit, so lapidar sie im Vergleich zu dem ist, was andere erleiden müssen, hat mir das noch einmal vor Augen geführt. Der Tod ist uns so nah. Ich habe keine Todesangst. Er ist nichts als ein Übergang und ich sehe ihn mit einem lausbubenhaften Grinsen auf einem prächtigen Pferd, wenn ich ihn mir personalisiert vorstelle. Aber im Jetzt und Hier darf ich mit allen Sinnen leben. Sitze ich jetzt in meinem Zimmer in Deutschland, muss ich mich nicht in die weitere Welt wünschen. Es ist alles da. Ich habe zwei lustige Füße, die mich nicht nur tragen, sondern ihren eigenen Charakter haben. Sie sind ein Teil von mir und wiederum nicht. Wie kann ich das am Besten beschreiben? In meinen Körper bin ich im Laufe meines Erdendaseins hineingewachsen. Und doch ist er nichts als eine mögliche Daseinsform, die es zu entdecken gilt. Ich könnte ebenso gut etwas oder jemand ganz anderes sein. Meine großen Zehen heißen seit ein paar Jahren Raziel der Linke, Spitzname Estragon, und Habaguck der Rechte. Nein, das hat keine besondere Bewandnis. Das sind die Namen, die mir zuerst in den Sinn gekommen sind. Diese beiden Abenteuerer tragen ihre Nasen so hoch, dass sie mir mit ihren Spitzen Nägeln sämtliche Socken und Schuhe früh oder später durchbohren. Sie sind genauso neugierig auf die Welt wie ich und wackeln fröhlich vor sich hin, wenn sie nicht eingesperrt werden. Ich könnte ihnen stundenlang dabei zuschauen. Und es ist bestimmt ihre Schuld, dass ich so gerne mit den Füßen hoch in die Luft irgendwo herumliege. Das ist doch alles etwas! Und sie begleiten mich schon mein Leben lang. Ich kann ihnen ihre eigenen Charaktere und Geschichten schreiben. Sie sind da und doch so fremd. Sie sind ein Teil der Ausrüstung, die ich in diesem Leben bekommen habe, um zu spielen. Ich bin nie allein, die zwei Gesellen sind immer bei mir. Und jetzt versucht mal selbst, eure Füße unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten. Leute- das macht Spaß. Solche Dinge gehen mir durch den Kopf, wenn ich zu einer Ruhepause gezwungen werde. Bald geht die Reise weiter. Vorerst sind alle Tiere, die sich in mein Zelt bereits eingenistet hatten, ausgesiedelt. In meinem Hotelzimmer in Reims musste ich zwei Marienkäfer in die Freiheit entlassen. Wer weiß, vielleicht wird mein Zelt irgendwann ein Winterquartier.

Hier habe ich aus tiefsten Herzen gebetet und eine kleine grüne Kerze angezündet- die Kathedrale von Notre-Dame in Reims

Das Latino Hotel in Reims

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Abgründe

admin

September 2, 2025

Ich sitze allein in der Pilgerunterkunft in Chatau-Porcien, dort, wo der riesige Engel über die Schulkinder wacht, und gerade ist mir der ganze eben getippt Text verlorengegangen. Ich versuche, es noch einmal zusammen zu bekommen: Ich bin einer der wenigen Pilgerinnen, die nicht in jeder Ortschaft die Kirche aufsucht. Ich stürme die Bäckereien und Cafés. Hab ich euch von der Frau mit dem Mops in Duisburg erzählt, die mich verlorene Seele unbedingt in die Kirche zum Beten schicken wollte? Es ist nicht so, dass ich nicht gläubig bin. Ich finde die Verbindung zu dem, was immer dagewesen ist und immer da sein wird, in der Natur und in den stillen Minuten. Ich reise nicht, weil ich unbedingt etwas anschauen muss. Ich reise um des Weges willen, für den Nervenkitzel, das Unterwegssein, für meinen Kopf und das Herz. Jeden Abend, wenn das Gerenne zu Ende ist, bin ich ganz auf mich selbst gestellt, keine Ablenkung. Diese Art des Reisens ist nichts für Angsthasen. Da öffnen sich Abgründe, tauchen Ungeheuer auf. Aber ich finde auch Schätze und Reichtümer. Ich bin so dankbar, dass ich das alles erleben darf. Als Jugendliche habe ich immer alle um mich herum bestaunt, die Gärtner, Doktoren, Mütter und Väter, Baggerfahrer. Wie sie lieben, weinen und lachen, toben und tanzen dürfen. Ich habe sie darum beneidet. Jetzt durfte ich selbst schon soviel sein und erleben. Wahnsinn! Natürlich bin ich unbeholfener Töpel oft genug hingefallen, bin gescheitert. Aber das gehört dazu. Wie der Regen und die Erschöpfung zu einer Pilgerreise.

“ Friend, hope for the truth while you are alive, jump into the experience while you are alive! Think… and think… while you are alive. What you call ’salvation‘ belong to the time before death. If you don‘ t break your ropes while you are alive, do you think ghosts will doch it after?

The idea that the soul will join with the ecstatic just because the body is rotten- that is all fantasy. What is found noch is found then.

If you find nothing now, you will simply end up with an apartment in the city of death. If you make love with the divine now, in the next life you will have the face of satisfied desire. So plunge into the truth, find out Who the Teacher is, believe in the Great Sound!“

Von Kabir aus dem Pilgerhandbuch von John Brierley.

Ja, ich wäre auch gerne mal ein Esel
Oder ein Hahn
Eine Wespe

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Wohin der Wind mich treibt

admin

August 31, 2025
Ou‘ que le vent me me’me

Harris wurde entführt. In Viroinval wollte ich auf dem Marktplatz warten, bis ein Cafe‘ aufmacht. Da kam Mike mit einer Einkaufstüte unter dem Arm vorbei und fragte, ob er mir helfen könne. Das Café wäre geschlossen, aber er hätte Kaffee. Bevor ich mich zu einer Antwort durchdringen konnte, ist er schon mit Harris voran losgerannt. Mir blieb nichts anderes übrig, als hinterher zu laufen. Eine gute Entscheidung: Bei Mike gab es Energie für mein Handy, Café und Feigen, Wasser, Seife und ein frisches Handtuch. Sogar Toilettenpapier für meine weitere Reise hat er mir angeboten. Sehr aufmerksam! Am Donnerstag habe ich zum ersten Mal mein Zelt aufgebaut. Irgendwo tat es gut, mal in den eigenen vier Wänden zu liegen. Freitag habe ich im Dumoncau Levaast Francoise übernachtet. Eine weise Entscheidung – so viel Regen – und in Rocroi gibt es jede Menge zu entdecken. Die Stadt ist sternförmig angeordnet und die alten Festungsanlagen kann man betreten. Als meine Wirtin gehört hat, dass ich nie weiß, wo ich übernachte, kam von ihr der Spruch “ Wohin der Wind dich treibt“. Und so ist es wirklich. Ich weiß nicht, wo meine Gedanken und Gefühle mich hin treiben. Ich renne jeden Tag meine Kilometer, über Felder, durch Wälder und Städte. So viele Eindrücken fluten auf mich ein. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll. Es gibt so viel zu Staunen, ob es die so einladend aussehenden Häuschen sind, die unterschiedlichen Menschen mit ihren Geschichten, die netten Tiere und und und. So viele Bilder kann ich euch gar nicht zeigen. Und dann ist da noch das Rauschen des Windes, das Geplapper der Vögel, neulich habe ich einen Eisvogel gesehen, das Gesumme von Wespen und Mücken. Könnte ich das alles einfangen….. Eine Spinne reist mit mir, seit ich das Zelt zum ersten Mal aufgebaut habe. Wirklich, ich habe versucht, sie wieder in die Freiheit zu setzen, aber jedes Mal ist sie mir wieder weggekrabbelt. Na gut, dann kommt sie eben mit, meine zweite Gefährtin. Ich hoffe nur, ihr passiert nie etwas, wenn ich das Zelt zusammenlegen. Wenigstens hat sie es im Zelt trocken. Im Gegensatz zu meinem Handtuch. Das ist mir heute in den Bach gefallen und jetzt hängt es schon wieder im strömenden Regen.

Staunen am Wegesrand
So viele Kilometer noch
Bloß nicht den Jakobsweg verlassen, oder doch? Wer weiß, wohin der Wind mich treibt
Mein Zelt, mein Dach über dem Kopf

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Wildcampen entlang der Maas

admin

August 26, 2025
Djoseph & François & Harris

In Namur gönnen Harris und ich uns ein weiches Bett. Früh am Morgen geht es weiter, immer an der Maas entlang, über viele kleine Dörfer und durch das mit Felsen verwachsen Dinant. Heute campe ich in der Nähe von Heer Agimont. In Dinant übt Harris sich als Rattenfänger: Wir kommen an einer Schule vorbei. Die Jungen im Alter von vielleicht acht Jahren staunen über meinen Knüppel und laufen begeistert ein Stück hinter ihrem Zaun entlang mit, während ich Harris wild schwenke. Die Strecke ist jetzt absolut super zu laufen, umso schwerer die Schlafplatzsuche. Ich kann stundenlang irgendwo herumliegen und Löcher in die Luft gucken. Ab Nachmittags tue ich das meist, erschöpft, wie ich bin. Nur – je bewohnten die Gegend, umso schwieriger ist es, mich zu verstecken. Vor Hunden bin ich auf der Hut, gerade dann, wenn die Besitzer lautstark nach ihnen rufen. Als ich in einer Feldabgrenzung übernachtet habe, muss mich ein Passant Zähneputzen gehört haben. Er hat verdächtig in meine Richtung geschaut. Gott sei Dank ist er dann weitergegangen, aber als wenig später ein Jeep vor meiner Hecke Fahrübungen gemacht hat, ist mir das Herz in die Hose gerutscht. Dicht an einem Felsen geschmiegt, bin ich in einer anderen Nacht ständig die Isomatte heruntergerutscht. So ein Räuber- oder Wegelagerleben, ist wirklich aufregend. Apropos Räuberleben und wildes Leben: Ich verstehe langsam, warum Harris bei mir ist. Wie ihr wisst, bin ich auf der Suche und mir ist klar geworden, wonach: Ich suche den Schlüssel zum wahren Leben, zu dem, was hinter allem ist, was ich längst spüre, aber noch nicht zu fassen bekomme. Harris und ich sind auf der Jagd. Mit Harris Hilfe kann ich die Grenzen des Alltagsbewusstseins auflösen, bis in die Tiefen des Universum hinein. So fern und doch so nah. In allem, was uns umgibt. Zeit und Kausalität lösen sich auf. Alles ist Magie und Verwandlung. Ich werde die, die ich immer gewesen bin, im vorherigen Leben und im zukünftigen und alles wirbelt bunt um mich herum. Es ist eine andere Art des Daseins, eine andere Art des Reisens. Ich bin mit allen Möglichkeiten und allen Daseinsformen verbunden. Ich kann Baum, Wolf oder Papiertüte sein. Auf die Erde geworfen als etwas, was nie dazugehört und doch mit allem verbunden ist. Der ewige Don Quichotte. Das Leben wird zum Spiel, zum Kampf um die Freiheit und genau zu diesem Kampf bin ich aufgebrochen. Ich werde euch beweisen, wie verrückt die Welt ist.

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Ein Leben
In einem Comic in Namur. Wertvolle Tipps zur Wassersuche für mich.
Lost place
Ein Erdbeermuseum
Der Jakobsweg von seiner schönsten Seite

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Überbreite

admin

August 23, 2025

Je länger ich unterwegs bin, und es sind erst zwei Wochen, umso mehr verliere ich das Gefühl dafür, wo ich hingehöre. Heute sitze ich in Namur in Belgien. Harris verstärkt das noch. Er macht mich zum totalen Außenseiter. Als Reisende steht man abseits vom Alltag. Als Pilgerin nehme ich ganz viele Träume und Sehnsüchte der Menschen, denen ich begegne, mit auf den Weg. Dabei bin ich nur ein junges Kücken. Der zweiundneunzigjährige Luca ist viermal nach Santiago de Compostela gepilgert, immer allein. Und er war in Jerusalem. Er klagt, dass er schon viel zu lange auf der Welt ist und alles vergisst, sein Englisch und Spanisch. Ich finde, er spricht hervorragend Englisch und sieht höchstens aus wie siebzig. Was mag er alles erlebt haben? Sein Küchentisch ist voller Zetteln mit Notizen. Mir serviert er Kaffee und Wasser, bevor wir uns mit einem festen Händedruck verabschieden. Auf meiner Reise lerne ich, über die kleinen Dinge des Lebens dankbar zu sein : Energie für mein Handy, Wasser, etwas zu Essen und ein Schlafplatz, einen Fluss zum Baden. Ein paar Mal hatte ich Schwierigkeiten, in Bäckereien oder an Tankstellen Wasser für meine Flaschen zu bekommen. Solche Kleinigkeiten kosten doch fast gar nichts. Sie können einem Wanderer, Reisenden oder Obdachlosen aber den ganzen Tag verändern. Harris und ich verwachsen immer mehr. Er ist meine Stimmgabel in den Himmel. Nur manchmal ist er mir lästig. Ich bräuchte eine Fahne für Überlänge an seinem Ende. Ein Fahrer eines verdammte großen Autos ist extra angehalten, um mit uns zu schimpfen: Wir würden zuviel Platz wegnehmen. Was macht der, wenn ihm ein anderes Auto entgegenkommt ?Harris bräuchte ein Gefährt mit Überbreite. Er möchte auch mit den Füssen aus dem Fenster gucken können.

Sclayn
Kleine Begegnungen am Wegesrand
Harris quengelt nicht beim Einkaufen
Französisch est tres chic
Malen in der Wildnis

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Volle Kraft voraus….

admin

August 19, 2025
….zur fantastischen Reise. Das Bild hängt unter einer Brücke in Lüttich.

Die Straßen von Maastricht sind so voller Menschen, dass es kaum Raum für eine Wanderin mit einem großen Stock in der Hand gibt. Harris und ich sind froh, als wir abends im Nirgendwo hinter Richelle auf den weichen Waldboden sinken. Die wenigen Spaziergänger achten Gott sei Dank nicht auf Waldbewohner, auch nicht auf solche, die sich nur zur Miete einquartiert haben. Katzenwäsche in den kleinen Flüsschen am Wegesrand muss reichen und so marschieren wir gegen Mittag in Lüttich ein. In der Auberge du Pelerin Saint Francois weiß man nichts von unserer Anmeldung. Aber der nette Torwächter, der in wildem Französich auf mich einredet, überreicht mir schließlich den Schlüssel zu einem Zimmer. Duschen – herrlich. Harris ruht sich von all den neuen Eindrücken aus, während ich nachmittags das Zentrum von Lüttich erkunde. Das Straßenbild ist dort ein ganz anderes als in Maastricht – ein bunter Mix aus unterschiedlichen Kulturen. Ich werde drei Mal von Bettlern angesprochen. Gleich hinter meiner Herberge liegt ein riesiges verlassenes Gebäude. Dort hat die Natur wieder die Herrschaft übernommen. Harris ist begeistert, als ich ihm davon berichte. man muss durch einen kleinen Tunnel, um dort hinzugelangen. In dem Gebäude führen halb verfallene Treppen nach oben. Liebevoll wird mir nach meinem Ausflug von einer Klosterschwester das Abendessen serviert. Das weiche Bett macht das Verwöhnprogramm komplett. Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es weiter, quer durch Lüttich, dreimal muss ich über eine Brücke. An einem Treppenaufgang sitzt ein junger Mann aus Bangladesch und macht Harris Komplimente: „Was für ein schönes Stück.“ Ich erzähle, dass Harris vor ein paar Tagen ganz anders ausgesehen hat, aber das stört ihn nicht. Er findet Harris trotzdem wunderschön. Hinter Lüttich geht es über steile Wege wieder in den Wald hinein. Und Stunden später, neben einem versumpften Teich, sitzt eine Träumerin.

Auberge du Peterin Saint Francois
Mein Schlafquartier
Das Abendessen, mit frischem Gemüse aus dem Garten.
Lost place
Die Träumerin
Schattenkino an meinem Schlafplatz

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Beim Friseur

admin

August 16, 2025

Ich bin seit sieben Tagen unterwegs, habe mich mit Sack und Pack und Harris über Stock und Stein gekämpft. Es ist herrlich und sehr anstrengend. Harris balanciert von einer Hand in die andere. Aber soll ich euch etwas sagen? Ich bereue nichts! Mein Harris hat eine unglaubliche Wirkung auf die Menschen: „Guck mal, die trägt einen großen Stock!“ Manche lachen sich kaputt und fragen nicht weiter nach, andere sind neugierig und fragen, warum ich das tue. Dann erzähle ich nicht das, was ihr aus meinen Geschichten wisst. Ich verrate meinen Harris nicht. Ich sage, einfach, dass ich meinen Stock so sehr mag, dass ich ihn einfach mitnehmen muss. Zumindest tun die meisten so, als würden sie das verstehen. Harris ist magisch. Mit ein paar gekonnten Schwingungen fängt er Gelächter, Lächeln und Grinsen ein. Wow. Ich bin stolz auf ihn. Dabei sieht er jetzt wirklich unmöglich aus, hat sich eine neue Frisur verpasst. Er ist mir heruntergefallen. Erst war die eine Gabel ab. Verzweifelt habe ich mit meinem Verbandszeug versucht, alles zu richten. Vergebens. Eine Stunde später fiel die andere Seite ab. Jetzt ist er nur noch ein Stab, aber was für einer. Ein Zauberstab! Seine Kräfte haben dadurch nicht nachgelassen. Er ist nur ein wenig leichter geworden. Ach ja, ich habe euch ja noch gar nicht verraten, wo ich bin. Ich sitze hinter Vise in einem Wald. Noch haben die Waldbewohner mich nicht gefunden. Mittwochnacht stand eine ganze Pferdeherde hinter mir am Zaun, Donnerstag sind Eichhörnchen um mich herum geturnt, vorgestern ein Igel und gestern eine Hasenfamilie. Gänse und Sternschnuppen fliegen über meinen Kopf hinweg. Ich bin auf dem Jakobsweg. Durch Maastrich und Vise geht es nach Lüttich und von dort aus weiter.

Maastrich
Unter diesen Gestalten fallen Harris und ich nicht auf.
Menschenmassen
Der verwandelte Harris

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Unterwegs….

admin

August 13, 2025

Abenteuer, Reiseerzählung 0 comments Fantasie, Kurioses, Leidenschaft

Die Flucht

admin

August 9, 2025
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Vergesst meinen Namen, vergesst, wer ich bin – ich bin auf der Flucht. Ich kann es nicht zulassen, dass die Soldaten des großen Muli meinen Harris in die Finger bekommen. Nicht, bevor ich herausgefunden habe, warum er so eine große Bedeutung hat und ich mehr über seine Fähigkeiten weiß. Das lassen meine Neugier und mein Dickkopf nicht anders zu. Bleibe ich in Duisburg, werden sie mich früh oder später erwischen. Mir bleibt also nichts übrig, als die Beine und Harris in die Hand zu nehmen und aufzubrechen. Wohin? Kein Ahnung. Wie lange? Keine Ahnung. Kehre ich zurück? Keine Ahnung. Stellt mir nicht so schwierige Fragen. Im Moment weiß ich noch nicht einmal, wer ich bin. Es war ja schon bei der verdeckten Ermittlung sehr schwierig für mich, meine Persönlichkeit zu wahren. Jetzt aber ist es vorbei! Eigentlich dachte ich immer, ich wäre stumpf wie ein Toastbrot und nun passiert auf einmal so viel! Wenn ich einmal auf der Burg des großen Muli gefegt habe, warum weiß ich dann nichts davon? Wo ist die Erinnerung geblieben? Was weiß ich sonst alles nicht? Wer bin ich? Es wird immer komplizierte. Wollte ich zuvor nur das Geheimnis des Lebens aufdecken, so stehe ich jetzt vor einem ganzen Berg von Fragen. Und wo bitte finde ich die Antworten? Nicht im stillen Kämmerlein, das ist klar. Also auf in die große Welt. Mit Schmetterlingen im Bauch und voller Ängsten und Zweifeln! Das Komische an der ganzen Angelegenheit ist, dass es sich so anfühlt, als ob ich auf meinem geheimnisvollen Weg Unterstützung von einer wunderbaren Kraft bekommen würde. Unter meiner Kiefer habe ich einen Vier-Himmelsrichtungen-Stock gefunden und bei der Birke und der Pappel, zwischen die ich mich immer stelle, hängt goldener Ilex, obwohl dort weit und breit kein Ilex wächst. Sonderbar, oder? Ich bin gespannt, was auf meiner Reise alles passiert. Was bin ich? Wer hat mich in diese Welt geschmissen? Was ist das für eine komische Ausbildung, deren einziger Bestandteil ein kräftiger Efeuzauberstab ist, der noch nicht einmal mit mir redet? Ich halte euch auf den Laufenden.

Vier-Himmelsrichtungen-Stab

Vier-Himmelsrichtungen-Stab

Goldenes Ilex

Goldenes Ilex

Bekenntnis der Autorin

Darf ich euch ein Geheimnis verraten? Ich habe Harris dabei. So in echt, in voller Lebensgröße, mit vollem Gewicht, und nicht nur in meinen Geschichten. Ihr werdet mich erkennen. Verrückt! Ja, ich – Maren – habe Harris aus der Ecke geholt und laufe mit ihm um die Wette bis zum Ende der Welt. Es fühlt sich wunderbar an, jetzt fängt mein wahres Leben an als der Kasperkopf, der ich immer gewesen bin. Lacht mich aus. Steinigt mich. Es ist egal. Es ist der einzige Weg, um all das, was in mir tobt, zu wecken. Die pure Lust am Leben, die pure Kreativität. Und all die tausend Dinge auf diesem wundervollen Planeten warten auf mich und ich möchte jedem, der mir begegnet zumindest ein Lächeln schenken. Ich fühle mich ein wenig wie ein Homosexueller im vorherigen Jahrhundert oder in einigen Staaten auf unserer Erde dieser Zeit. Ich oute mich, bekenne mich dazu, anders zu sein und setzte mich damit dem Gespött und der Verachtung meiner Mitmenschen aus. Ja, mein bester Freund ist ein Stock. Ich wahnsinnig, verrückt, durchgeknallt und ich liebe es. Ich bin ein freier Mensch. Neulich fuhr ein Jamaikaner schimpfend durch die Fußgängerzone Roller. Er würde gleich die Polizei rufen, man solle ihn das sein lassen, was er ist und nicht dafür diskriminieren. „Ich darf sein, was ich will!“ Oh ja, das darfst du, du herrlich bunter Vogel mit der lauten Musik und der bunten Kleidung und lustigen Hüten. Auch ich habe nichts mehr zu verlieren, gebe mich ganz meinen Ideen und Leidenschaften hin.

 

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Reiseerzählung 0 comments Abenteuer, Fantasie, Geschichte, Spannung

VerrückteWelt – Reise

admin

Mai 26, 2025
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