marensverrücktewelt
Die wunderbaren Abenteuer einer modernen Heldin
  • Facebook
  • Instagram
RSS
  • Willkommen
  • Der VerrückteWelt – Reiseblog
  • Aufbruch ins Paradies
  • Tagebuch einer Forschungsreisenden
  • Forschungsstation
  • Sammelsurium
  • Über mich
  • Kontakt

Abenteuer 0 comments

Vereint

admin

Januar 2, 2026
Ich eile nach Porto – dort warten Wasser, Erde und Harris

Ich schreie vor Glück, halte meinen besten Freund wieder in den Händen. Harris und ich sind wieder vereint, waren nie wirklich getrennt und er quatscht mehr denn je. Seit dem 01.01.2026 bin ich wieder in Porto. Diesmal bin ich geflogen. Das ging schneller. Und ich hätte mich gar nicht so beeilen müssen. Harris hätte auch noch länger auf mich gewartet. Gestern bin ich von Magdeburg aus, wo meine Freundin wohnt, nach Berlin und Porto und vom Flughafen aus zur Flixbusstation geeilt- nur, um vor einem verschlossen Geschäft zu stehen. Aber Harris hat den Leuten dort so lange im Weg gestanden, bis sie ihn ans Fenster gestellt haben. Durch die Jalousie konnte er durchluggen und mich begrüßen. Danke Harris, damit hast du mir eine weitere schlaflose Nacht erspart! Heute wieder zum Flixbusbahnhof. Auf dem Weg dorthin habe ich in einer Bäckereien noch einen großen Kuchen mit Schokolade und Walnüssen für die Leute im Kiosk gekauft. Die Verkäuferin hat mich ausgelacht, weil ich auf Deutsch vor mir hin geschimpft habe: „Will zu Harris, will zu Harris.“ Im Kiosk musste ich mich in der Schlange vor dem Tresen einreihen und dann ging alles sehr schnell: “ Ein großer, dicker Stock?“ Ja. Die Dame hat ihn geholt, nicht ohne ihrer Freundin noch lachend etwas zu erzählen. Es ging irgendwie um Harris Zacke. Ich habe ihn wieder. Unglaublich!

Entdeckt ihr ihn?
Als wäre er nie weg gewesen!
Glücklich! Und Harris Herz leuchtet.
Keine Trennung von Raum und Zeit. Ich bin bereit für meinen Weg!

Hab ich auf einem meiner Fotos entdeckt. Wesen aus einer anderen Zeit. Die Zauberin, der weiße Mann mit der langen Nase, eine Gießkanne, das Schwert Exkalibur. Ich liebe die lustige und unendliche Schöpferkraft dieser Welt. Verrückt!

Abenteuer 0 comments

Weihnachten mit ohne Harris

admin

Dezember 30, 2025

Es ist Heilig Abend und ich sitze auf dem Busbahnhof in Amsterdam – allein. Harris ist in Portugal und es reißt mir das Herz aus der Brust, wenn ich nur daran denke. Ich, die gesagt hat, sie würde lieber alles andere aufgeben als Harris, habe meinen besten Freund verraten. So fühlt es sich an. Und das nur, weil ich mich entschlossen hatte, Weihnachten bei meiner Familie zu verbringen. Harris steht in einem Kiosk in Portugal. Es ging alles so schnell. Der Flixbusfahrer wollte Harris aus Sicherheitsgründen nicht mitnehmen. Da war nichts zu machen und es war nicht viel Zeit. Voller Furcht bin ich erst in die Info und dann in einen Kiosk gerannt mit der Frage, ob ich ihn dort für eine Woche stehen lassen dürfen. Ich durfte. Zumindest glaube ich, dass ich richtig verstanden wurde, man mir meine Panik angesehen hat. Wieder zurück zum Bus mit leeren Händen. Das hat sich ganz schön Scheiße angefühlt und kaum war ich im Bus kamen mir auch schon die Zweifel und die Tränen. Hätte ich dort bleiben sollen? Werde ich Harris je wiedersehen? Warum versteht mich keiner? Warum versteht keiner, wie sehr mein Herz an diesem Stück Holz hängt.Ich hätte einfach alles hinschmeißen und nicht auf diesen dummen Gedanken hören sollen, dass ich den Bus unbedingt erreichen muss. Ich freue mich auf meine Familie. Aber einen Harris gibt es nur einmal. Nun bin ich Heilig Abend ganz allein und tiefer mit Harris je verbunden als je zuvor. Spüre ihn. Ich stehe in einer Kioskecke und werde von den hungrigen und durstigen Reisenden kaum beachtet, bin für die Mitarbeiter nur ein komischer Wanderstock. Jede Energie in meiner Umgebung nehme ich auf. Ich -Maren-sitze in Amsterdam und da fängt Harris an, mit mir zu reden: Du dummes, dummes Ding. Hast du ganz vergessen, wer du bist? Hast du dich nie gewundert, warum in dir immer der Satz ist : „Ich will nach Hause, hier ist nicht mein zu Hause.“ ? Es ist nicht dein zu Hause. Du bist fremd auf dieser Welt. Mit der Entscheidung auf diesem Planeten zu leben und zu wirken hast du all deine Erinnerungen gelöscht und jetzt ist es wieder an der Zeit, sie wieder zum Leben zu erwecken. Deshalb bin ich bei dir. Du hast richtig gehört. Ich bin bei dir an diesem Heilig Abend. Es gibt keine Trennung. Wir sind verbunden. Über Raum und Zeit hinweg. In dir fließen meine Energien, in mir deine. Manchmal vergesse ich selbst, dass ich nicht du bin. Aber im Gegensatz zu dir kann ich alles abrufen, all die Leben und Erinnerungen, Weisheiten, die du im Laufe deiner Existenzen angesammelt hast. Weißt du noch? Du ahnst es doch längst. Wenn du mich in den Händen hältst und das Leben durch deine Adern rollt. Verbunden mit Himmel und Erde. Aber du hörst nicht zu. Deine Gedanken plappern unablässig.Es ist zum Verzweifeln. Ich sage, wir müssen links herum und du rennst nach rechts. Du sollst ja deinen eigenen Weg gehen. Aber manchmal ist es vernünftiger, auf mich zu hören, statt immer mit dem Kopf durch die Wand zu rennen. In mir fließen so viele Energien. Meine Energien sind deine Energien. Das verwirrt dich noch. Du vergisst so viel, was auf dich einflutet. Es ist ein Pakt mit dem Wahnsinn auch meine Energien zuzulassen. Aber du willst es so. Du kannst nicht Nein sagen, dafür liebst du das Leben zu sehr. Schau Jesus, die Liebe, die Frau im Umhang, Merlin. Der weiße Elefant. So viele Seelen sind bei dir, gehören zu dir und warten darauf, dass du sie zulässt, erinnerst, lernst. Vertraue und alles wird sich verwandeln. Du willst Magierin sein, wünscht dir so sehr, anderen die Magie der Welt zu zeigen. Du bist es doch längst. Schülerin Merlins. Du musst nur hinschauen, mit mir reden.

Hier steht Harris
Ein Wanderstock durfte nicht mit, aber einen Hund kann man in einer Transportbox im Frachtraum unterbringen. Armes Tier!

Abenteuer 0 comments

Meine kleine Weihnachtsgeschichte

admin

Dezember 22, 2025
Immer dann, wenn ein Kind irgendwo auf der Welt
einen Schneemann baut
verwandelt der sich bei den ersten Sonnenstrahlen
in ein fantastisches Wolkenwesen
und reist über unsere Köpfe hinweg
um an einem anderen Ort niederzuregnen
und wieder ein Schneemann zu werden.

Reiseerzählung 0 comments

Magische Momente in Porto

admin

Dezember 22, 2025
Mein Porto

Ich weiß gar nicht, wovon ich anfangen soll zu berichten. In Porto gibt es so viel zu gucken. Es hat noch ein wenig gedauert bis ich hier angekommen bin, weil ich unbedingt vor den Tagen in der Großstadt noch einmal in die Natur wollte. Also bin ich von Labruge aus zurück auf den Inlandsjakobsweg und konnte zwei Nächte unter meinen geliebten Eukalyptusbäumen zelten. Rechtzeitig vor dem großen Regen bin ich in der Stadt angekommen und mein Kopf explodiert förmlich von den vielen Eindrücken, angefangen von den riesigen Möwen an jeder Straßenecke bis hin zu windschiefen und überwachsenen Gebäuden, Wäscheleinen über schmalen Gassen und breite Straßen voller Menschen. Es gibt jede Menge Geschäfte mit Kitsch für Touristen, aber auch kleine Buchläden, Lederwerkstätten, Schmuckschmieden, Ausstellungen. Und keine Sorge, wenn ihr euren Regenschirm vergessen habt. Schirme gibt es überall. “ Guarda-chuva“ (port. Regenschirm) klingelt es in der Fußgängerzone gefühlt alle zwei Meter. Musikanten auf den Straßen. Es ist eine bunte Stadt. In dieser Stadt ist der schönste Buchladen der Welt. Joanne K. Rowling soll sich hier inspiriert haben lassen. Ich war nicht drin. Der Andrang war für mich Einsiedler zu groß. Aber es war in einem Geschäft mit Nachbildungen von Zauberstäben ein richtig gutes Gefühl, seinen ganz persönlichen Zauberstab bereits in den Händen zu halten. So wie Harris ist keiner. So voller wilden Energien. Meine Energien durften sich auch entfalten. Unausgelastet wie ich war habe ich abends noch dem „Gare“ einen Besuch abgestattet, einer kleinen Technodisko gegenüber vom Bahnhof. Ganz schön kompliziert in der vernebelten engen Dunkelheit angefüllt mit jungen Leuten keinem auf die Füße zu treten und doch alle Körperteile so richtig in Schwung zu bringen. Aber es ging. Und ich weiß wieder, dass ich genug Power habe, um in meine Freiheit zu rennen. Heute war ich dann noch einmal am Atlantik – Baden. Das musste unbedingt sein. War auch nur ein wenig kalt und die Wellen herrlich. Das war mein Pakt, meine kalte und nasse Feuertaufe mit dem Leben. Freiheit! Meine chinesische Zimmergenossin Shine hat übrigens fürchterlich über die eingeschränkte Freiheit in Deutschland geschimpft. Allein die Post, der Schriftverkehr, die Ämter, die Mahnungen binden den Deutschen an seine Adresse, lähmen und fesseln ihn an das System. Wie wahr! Und die deutschen Nachbarn wissen immer alles ganz genau und dann gleich die ganze Stadt. Was für eine gute Beobachterin der deutschen Kultur! Shine ist so weltoffen und neugierig auf alles – kein Wunder, dass sie ihr Stadt verblüfft.

Da kann Harris nur schmunzeln
Straßenmusik
Bettler
Abschüssige Gassen
Lost places
In einer Kunstausstellung
Stadt der Sardine
Ein kleiner Buchladen. Entdeckt ihr das deutsche Buch? Enzensberger
Porto von der Küste aus

Forschung, Reiseerzählung 0 comments

Vodoo und Meereszauber

admin

Dezember 15, 2025
Die wahren Beherrscher der Meere

Das Meer entfaltet seine volle Wirkung auf mich und Harris. Und seht euch die Gestalten an, nicht nur auf uns! Diese Wesen aus Strandgut sind laut einem zahnlosen Portugiesen Vodoo pur. Wenn ich ihn richtig verstanden habe. Er hat mich wohl nicht verstanden, als ich ihm erzählt habe, dass Harris auch so einer ist. Verzaubert und magisch. Lange habe ich mit meinem besten Freund vor den Fluten gestanden und mich mit den Elementen und dem Sein hinter dem Horizont verbunden. Im Moment bin ich etwas planlos, wie ich weiterlaufen soll. Die Metropole Porto liegt vor uns und mir ist gar nicht nach dem Getümmel. Sich treiben lassen und irgendwo angespült werden wie Strandgut ist gar nicht so leicht. Und ich muss lernen, dass es ein wichtiger Teil der Reise ist, Menschen zu begegnen – meist im genau dem richtigen Augenblick – und diese dann weiterziehen zu lassen. Ich hätte am Liebsten selbst die Kröte eingesammelt und beschützt. Wieder ist mir so eine rastlos Seele begegnet. Walter ist seit Jahren immer wieder unterwegs. “ Der Weg ist mein Zuhause.“ Er lässt lieber all die Freundlichkeit der Menschen auf sich wirken, die man zu spüren bekommt, wenn man als Pilgerer unterwegs ist, als in seiner leeren Wohnung zu sitzen. Jetzt, wo er im Ruhestand ist, hat er endlich Zeit über das Leben nachzudenken und braucht sich nicht mehr einem Ziel zu verschreiben. Walter schmunzelt viel, aber manchmal blickt er traurig auf den Boden. „Das Leben ist hauptsächlich Leid.“ So etwas tut mir immer weh. Natürlich fließen im Laufe des Lebens immer wieder Tränen. Aber daran wachsen wir, es ist eine Chance. Wo hat der Mensch sein Zuhause? Bereits in Duisburg hatte ich mich das gefragt, nicht ahnend, dass ich bald selbst auf der Suche sein würde. Als Jugendliche hatte ich einen obdachlosen Freund. Weihnachten war immer eine schwere Zeit für ihn, eine Zeit des Rückzuges. Ich konnte ihm damals nur wenig Geborgenheit schenken. Die Teddydame Eleonora hieß bei ihm mal Buma, mal Maren, je nachdem in welchem Winkel seines Unterschlupfes sie sich wieder herumgetrieben hat. Jetzt liegt sie neben ihm unter der Erde. Ich weiß, dass Schorse mich irgendwie und irgendwo auf meinem Weg begleitet und das gibt mir den Mut, weiterzugehen. Seine Liebe trägt mich. Ihr werdet mich auslachen, aber ich habe zum Beispiel herumgeflaxt, dass er mir wenigstens beim Zeltaufbau helfen könnte. Seitdem bleibt das Gestänge immer stehen bis alle Heringe in den Boden geschlagen sind. Eigentlich wollten ich von meiner Hilflosigkeit schreiben, wenn mir traurige und getriebende Menschen begegnen. In meinem Herzen wohnt ein tiefes Gefühl von Freiheit, Liebe und Verbundenheit mit allem. Ich kann es nicht in Worte fassen. Es ist das Leben pur. Ich brauche keinen Alkohol oder Drogen. Meine Sucht ist das Leben und das ist immer da, selbst in den schlimmsten Situationen kann ich mich trösten, weil alles um mich herum weiterkrabbelt und sei es die Spinne in der Ecke. Das ist ein wertvoller Schatz, den ich da in mir habe. In Worten ist das schwer zu fassen. An so vielen Tagen habe ich mir gewünscht, dieses Gefühl teilen, aus meinem Herzen herausreißen, weitergeben und damit Mut schenken zu können. Eines Tages kann ich das. Deshalb bin ich auf dem Weg.

Kapitän Morgan wie er lebt und lebt
Der Zauber des Meeres
Walrossbaby
Meerespfützen
Seht euch diese wunderbaren Farben an
Was für die einen Erholung ist, ist für die anderen harte Arbeit.
Wo hat der Mensch sein Zuhause

Abenteuer, Reiseerzählung 0 comments

Es gibt kein Zurück

admin

Dezember 13, 2025
Harris flüstert mit dem Meer

Wir trödeln am Meer herum und es ist herrlich. Eine Nacht konnten wir sogar wieder im Zelt verbringen, heute wäre zwar gutes Wetter gewesen, aber es ist weit und breit kein geeigneter Zeltplatz zu finden, nirgends eine Baumgruppe zum Verstecken. In Vila do Conde gibt es aber reichlich günstige Herbergen. War ich gestern noch fast allein am Wasser und wurde meine Fußtemperatur von einem mir entgegenkommenden Meereswanderer streng überprüft, tummeln sich heute die Menschen bei schönstem Sonnenschein am Strand. Es gibt eigentlich nicht viel Neues zu berichten, die meterhohen Wellen und die salzige Luft kann ich nicht einfangen. Ich kann euch nicht die vielen Meereswesen zeigen, die lachend umhertollen. Wesen wie aus Atlantis- Delphine, Einhörner und Drachen- gezaubert vom wilden und schäumenden Wasser. Ich frage mich ernsthaft, wie Menschen ihrer Arbeit nachgehen, Kriege führen oder vor den Medien sitzen können, ob dieser wilden Lebenskraft und Energie überall um uns herum. Für mich steht fest, dass ich Harris nie wieder für längere Zeit achtlos irgendwo herumstehen lassen kann. Ich werde auch nach meiner Reise einen Weg finden müssen, seine Kräfte zu entfesseln. Es ist einfach wundervoll, wie die Leute auf ihn reagieren. Es hat soviel Leichtigkeit mit einem großen Holzstück durch die Welt zu laufen. Dieses Gefühl von Leichtigkeit, Verspielheit und Freiheit möchte ich entflammen. Ich könnte mit Harris im Zirkus auftreten als Pausenclown. Aber es wäre nicht das Gleiche. Er gehört in den Alltag. Genau dort gibt es soviel zum Staunen und Kichern. Vielleicht steckt in mir wirklich eine Pippi Langstrumpf. Ich kann es nicht ändern. Ein Zurück ohne Harris gibt es nicht, basta.

Das Meer ist ein Künstler
Seht ihr sie auch? Die Wesen?

Ein Supermarkt entlang der Küste
Ich dachte erst, die beiden Filipinos wollen die Statur mit dem Künstler fotografieren. Aber nein, sie hatten mich und Harris im Visir. So ein Efeustab macht eben was her.
Eis und Sonne und kurze Hose im Dezember

Reiseerzählung 0 comments

Sehnsucht nach Meer

admin

Dezember 11, 2025
Die Küste, der atlantischen Ozean und Esposende

Es gibt einen zentralen Jakobsweg und einen entlang der Küste. Das Gespräch mit Marcos hat in mir die tiefe Sehnsucht nach dem Meer geweckt – Wind, Wellen und kilometerweite einsamen Strände. Und von Sao Pedro de Rates führt tatsächlich ein Weg an das Wasser. Also sind Harris und ich dorthin geeilt. Über bestimmt einen Kilometer hinweg hatten wir sogar Begleitung: Zwei Frauen aus dem Dorf gingen in unsere Richtung und haben aufgepasst, dass wir nicht von Autos umgefahren werden. Sie haben lange darüber diskutiert, ob der Rucksack und Harris nicht zu schwer für mich sind, aber ich verstehe ja nur die Hälfte. In Rates gibt es einer der ersten Herbergen Portugals. Nachdem wir auf Anraten eines Pilgers aus Irland in der Kirche den heiligen Antonius – zuständig für verlorene Seelen – besucht haben, war eine meiner ersten Aktionen in der Herberge die riesige Korkeiche im Hof zu umarmen. Laut Rainer ist der Baum viel viel älter als er selbst und er ist schon 76. Rainer hilft über die Wintermonate gegen Essen und freie Unterkunft in den Herbergen aus. In den wärmeren Monaten ist er selbst auf den Jakobswegen unterwegs und das schon seit Jahren. Er übernachtet draußen, auch unter Brücken und in Bushaltestellen. Ein Handy hat er nicht. Seine Freunde bekommen Briefe. Heute trieb es mich also wieder ein Stück Richtung Norden. Zunächst einer alte Bahnstrecke und dann leider an einer Hauptstraße entlang. Ich hatte wirklich schon an meiner Entscheidung gezweifelt. Aber nein, es hat sich bereits mit einem Café- Besuch bezahlt gemacht. Der Wirt war mir sofort sympathisch, weil er eine alte, kleine und gebrechliche Frau so liebevoll mit Küsschen auf die Wange begrüßt hat. Das ist bestimmt seine Mama. Es war schön, das mit anzusehen. So viel Respekt und Liebe! Als dann noch ein älterer Mofafahrer hereingekommen ist, haben die zwei erstmal mit Harris herumgekaspert. Immer gerne, mein hölzerner Freund liebt so etwas. Dafür ist er da. In Esposende angekommen waren dann die letzten Zweifel fort. Das Meer hat uns belohnt und mir den Kopf frei gepustet. Ich musste darüber nachdenken, dass ich als junges Mädchen am Meer gestanden und mir geschworen hatte, in meinem Leben bis an die Grenzen zu gehen, es nicht nur so vor mir hinzuleben. Wenn ich damals geahnt hätte, was auf mich zukommt und dass ich Harris finden würde, meinen ganz persönlichen Zauberstab….. Irre! Vielleicht hätte ich mir doch lieber einen reichen Mann oder einen vernünftigen Beruf gesucht wie andere. Vielleicht aber auch nicht. Mir ist aufgefallen, dass mein Orientierungssinn durch das Herumziehen besser geworden ist. Fragt mich nicht nach den Namen der Ortschaften oder nach berühmten Gebäuden. Aber wenn ihr wissen wollt, wo die Korkeiche steht, wo ich der Kröte begegnet bin, dem gelben Mohn oder einem lächelnden und freundlichen Menschen, dann kann ich es euch sagen und meine Karte danach malen.

Meine alten, weise Freundin
Die Korkeiche
Kann er noch laufen?
Einer der zahlreichen Gemüsestände entlang der Straße
Das tue ich, aber wohin bitte führt es mich? Manchmal verzweifle ich bei der Suche nach einer Antwort, könnte darum in den Himmel schreien
Meer
Muschel
Murmeltier auf Rentier?

Forschung, Reiseerzählung 0 comments

Mit Barbarpapa durch portugiesische Pfützen

admin

Dezember 7, 2025
Ein Barbarpapa kann sich in alles verwandeln – auch in Regentropfen

So muss ich ganz nach Portugal reisen, um mich an meine alten Freunde aus der Kindheit zu erinnern. Früher hatten wir eine Schallplatte mit Geschichten über diese wundervolle Komikfigur. Barbarpapa, seine Frau und seine sieben Kinder können jede Form annehmen, ob Flugzeug, Blume, Brücke, Hund oder Katze. Es sind sehr freundliche Gesellen. “ Ra- Ru- Rick, Barbartrick“ heißt ihr Verwandlungsspruch. Schuld sind Marcos und die Pfützen. Marcos ist mir gestern in einer Pilgerunterkunft begegnet, mit nassen Schuhen und Klamotten. Gestern waren es hart erkämpfte Kilometer zu wandern. Marcos zeichnet und hat sich selbst als Barbarpapa- Pfütze gemalt. Anpassung ist eben alles. Und ich vertrete die feste Überzeugung, dass wir alles sein können, was wir wollen. Wir müssen nur mit Herz und Seele dabei sein, uns einfühlen. Mit den Krähen im Wind fliegen, dahinplätschern wie ein Tropfen, gleiten wie eine Schnecke. Marcos ist immer wieder auf den Pilgerwegen unterwegs, ein ruheloser Gesell, der in der Hochsaison seine Fahrdienste für Pilgerer anbietet. Das schönste Kompliment der Welt habe ich auch von ihm bekommen, als wir über Träume gesprochen haben. Ich sehe aus wie Pippi Langstrumpf. Klasse, oder? Tausendmal besser als wie ein Topmodel! Bin ich mit Pippi verwandt? Tragen wir die gleiche Energie in uns? Vielleicht bin hat Marcos aber auch nur geahnt, dass ich am liebsten mit den Füßen nach oben in den Himmel herumliege. Und ich habe einen neuen Plan für meine Pilgerwege. Aber den verrate ich noch nicht. Ich sage ja, meine Pilgerwege gehen kreuz und quer, ganz wohin der Wind mich treibt. In einer Bäckereien wurde ich von einem kleinen Mädchen in schwarzen Lackschuhen auf Portugisisch dafür ausgeschimpft, dass meine Sandalen nass und dreckig sind. Und meine heiße Schokolade hat sie ganz misstrauisch begutachtet. Probieren wollte sie aber nicht. Harris hat nasse Füße bekommen und steht kopfüber im Schirmständer der heutigen Unterkunft. Es bleibt spannend.

Im Moment kein sonniges und goldenes Portugal. Aber Hähne gibt es hier wirklich viele. Ich höre sie oft
Eine Eukalyptusblüte. Wie die duftet….
An der Ostsee hatte ich meine einsamen Insel schon gefunden. Hier wäre sie sogar unter einer Brücke und mit Palme
Schöne Festtage übrigens!

Abenteuer, Reiseerzählung 0 comments

Ab in die Fluten

admin

Dezember 5, 2025
Der verhängnisvolle Weg

Es regnet und regnet. Schwer hängen die Wolken über der Landschaft. Ich bin in Ponte de Lima angekommen. Gestern bin ich gerannt wie der Teufel berghoch und bergrunter. Es ist mir nicht schwer gefallen, der Körper gewöhnt sich an die Belastung. Aber die Tage im kalten und feuchten Zelt machen sich bemerkbar. Ich bin erkältet und zu allem Überfluss gestern noch in einen Bach gefallen. Oder war es ein Weg? Der ganze Weg war ein Bach. Sandalen aus und die Hose hoch, an sich kein Problem für mich. Kaum war aber wieder fester Boden in Sicht, habe ich nicht mehr mit der Glätte gerechnet und bin mitten im Bach gelandet, mit Rucksack. Und ich hatte vorher noch mit Harris geflaxt, dass ich lieber all mein Hab und Gut verlieren würde als ihn. Als es dann so weit war, hat sich das gar nicht mehr gut angefühlt. Zelt, Tablett, Klamotten, Bilder und Farben – alles im Wasser. Ich habe keine Tränen vergossen, sondern mich aufgerafft und bin weitergelaufen. Und am Ende hatte ich wieder mal Glück im Unglück: Einzige meine Klamotten musste ich wechseln, der Rest ist trocken geblieben. Hui….. Leider ist mir kein Pilgerer mit festem Schuhwerk entgegengekommen, ich hätte zu gerne gewusst, wie die das mit dem überschwemmten Weg gehandhabt haben. Spuren von Schuhen waren da. In Ponte de Lima gab es erstmal heiße Schokolade, so lecker in Spanien und Portugal. An einer Holzwerkstatt bin ich grinsend mit Harris vorbeigelaufen. Der Tischler kam auch prompt mit einer Säge raus und wollte Harris eine neue Frisur verpassen. In der Wäscherei wollte man meinen nassen und dreckigen Haufen nicht annehmen, also blieb nur der Trockner vor dem Supermarkt. Was für ein Tag! Die gute Seele meiner Herberge muss mir alles angesehen haben und hat mir erstmal Badepuschen und einen Wollumhang gebracht. Es ist immer noch schön, auf Reisen zu sein, auch wenn die Weihnachtsbeleuchtung und die dazugehörige Musik mich ein wenig schwermutig macht. Aber solange ich Pilgerin bin, weiß niemand, wer ich bin. Ich werde von niemandem verurteilt, höchstens dafür, dass ich mit einem großen Stock durch die Gegend laufe. Ich stehe nicht mehr vor Gericht für all meine Fehler. Ich darf laufen und laufen- heute hier, morgen dort- der Freiheit entgegen. Die Begegnung mit Elke, die den Jakobsweg wegen Burnout angetreten ist, hat mir das noch einmal vor Augen geführt. Elke Ärztin unterstützt, ihren Wandertrieb: “ Bewegung, Bewegung und Bewegung. Besser als Medikamente.“ Wie wahr, nur leider denken nicht alle so. Als Kranke soll man lieber eingesperrt in einem Raum irgendwelche Tabletten schlucken. Das System ist komisch. Das bekommt auch Harris zu spüren, der in Lourdes nicht mit zur Grotte durfte und am Bahnhof in Miranda De Ebro streng nach verborgenen Waffen durchsucht wurde. Ich muss einen Passport für ihn beantragen. Nur wird der ellenlang sein, nur so lassen sich Harris ganzen Facetten erfassen. Was die lieben Leute nicht wissen: Die Harris- Energie ist grenzenlos. Er macht einfach das, wozu er Lust und Laune hat.

Grenzenlos
Badendes Steinbaby

Ponte de Lima
Feuerenergie

Abenteuer, Reiseerzählung 0 comments

Mit Himmel und Erde verbunden

admin

Dezember 3, 2025
Eine Himmelspyramide! Und ich bin die Einzige, die sie wahrgenommen hat

Mein Einmarsch in Portugal war himmlisch. Von Tui aus führt eine Brücke über den Rio Mino nach Valença – und schwups ist man da. Im Moment ist es kalt und regnerisch, Höchsttemperaturen von zwölf Grad tagsüber und nachts nur vier Grad. Die Wege sind zum Teil regelrecht überschwemmt und eine der hinteren Schnallen an meiner rechten Sandale hat sich gelöst. Ich habe versucht, meine Füße davon zu überzeugen, dass feste Schuhe für dieses Wetter angemessener sind, aber es hat nicht geklappt. Meine großen Zehen, Estragon und Habaguck, wollen auch etwas von der Reise haben. Gerne würde ich mal mit ihnen die Perspektive tauschen. Die rustikalen Wege mit Kopfsteinpflaster, jeder Menge Pfützen und kleinen Bachläufen, Moos- und Grasbewuchs, müssen auch von unten wunderschön sein. Kleine Landschaften für sich. Die Sandalen müssen durchhalten. In Portugal konnte ich schon zweimal Deutsch quatschen: Einmal mit einem Reisenden auf einem Rad und mit Veranika, einer Imbissbudenbesitzerin aus Russland mit eigenem Stempel für den Pilgerausweis. Sie hat mir alle Gerichte aufgezählt, die sie jetzt und in Zukunft zubereiten wird – von Borretsch bis Crepes – für die Wandersleute. Ich musste einfach Piroggen bei ihr kosten. So viel Enthusiasmus muss unterstützt werden. Und ihr Transporter stammt aus Deutschland. Nach einer Regennacht im Zelt sitze ich jetzt wieder warm und trocken in einer Unterkunft hinter Rubiaes.

Die nächste Grenze ist durchbrochen
Adieu Spanien!
Harris genießt portugiesische Sonnenstrahlen in den Armen eines Jesus in Buddha- Gestalt oder umgekehrt.
Nasse Füße garantiert
Veranika und ihr Imbiss
Vergesst nicht, euch diesen Stempel zu holen!
Meine Zeltaussicht. Besser als in jedem Hotel, aber etwas feucht.
Himmel und Erde und die Planeten sind immer ganz nah, ich sage es ja
Hier drinnen wäre mein Zelt trocken geblieben
Tief verwurzelt in der Erde
«‹ 2 3 4 5›
  • Juli 2026
  • Juni 2026
  • Mai 2026
  • April 2026
  • März 2026
  • Februar 2026
  • Januar 2026
  • Dezember 2025
  • November 2025
  • Oktober 2025
  • September 2025
  • August 2025
  • Mai 2025
  • Abenteuer
  • Forschung
  • Rätsel
  • Reiseerzählung
  • Uncategorized

Archives

  • Juli 2026
  • Juni 2026
  • Mai 2026
  • April 2026
  • März 2026
  • Februar 2026
  • Januar 2026
  • Dezember 2025
  • November 2025
  • Oktober 2025
  • September 2025
  • August 2025
  • Mai 2025

Categories

  • Abenteuer
  • Forschung
  • Rätsel
  • Reiseerzählung
  • Uncategorized
Back to Top

Datenschutzerklärung und Impressum

© marensverrücktewelt 2026
Powered by WordPress • Themify WordPress Themes